"FREIHERR-VOM-STEIN-SCHULE"
 

 EU-Umweltprojekt

    Hallo, wir, die Klasse 11a, haben zusammen mit unserem Chemielehrer die Teilnahme an dem euröpäischen Umweltprojekt mit Euch zusammen in unseren Unterricht eingeplant. Wir, das sind 19 Mädchen und 5 Jungen. Seit Beginn dieses Schuljahres gehören wir der Oberstufe an, d.h. in drei Jahren werden wir den Schulabschluß, das Abitur, hoffentlich mit Erfolg hinter uns gebracht haben. Die Neuzusammensetzung der Klassen in der Jahrgangsstufe 11 geschieht unter fachlichen Schwerpunkten. Der Schwerpunkt in unserer Klasse liegt im sprachlichen Bereich. Natürlich bedeutet dieser Schwerpunkt nicht, dass wir keinen oder nur wenig naturwissenschaftlichen Unterricht haben, sondern nur einen nicht auf Leistungskurse in den Naturwissenschaften orientierter Unterricht. Der wichtigste Anknüpfungspunkt von der fachlichen Seite für das Umweltprojekt liegt für unsere Klasse zur Zeit im Chemieunterricht. In diesem Halbjahr ist das Thema in der Chemie Protolyse (Säure - Base - Reaktionen). Der Bezug zur Umweltthematik ergibt sich automatisch bei der Messung
der Parameter im Niederschlag. Neben der Niederschlagsmenge möchten wir den pH - Wert des Regens bestimmen und, wenn wir uns mit Euch auf diese Messparameter einigen, Nitrat im Niederschlag messen. Wir leben nicht alle in der Nähe der Schule, sondern in den unterschiedlichsten Stadtteilen Frankfurts. Dies gibt uns die Möglichkeit, unsere Messergebnisse mit vielen anderen FreundInnen und mit Euch zu diskutieren. Die anderen Unterrichtsfächer wie
Gemeinschaftskunde, Biologie, Physik, Englisch, Geographie können Beiträge zu unserem gemeinsamen Projekt liefern.
    Wir freuen uns sehr auf die ersten Nachrichten von Euch. Schreibt uns bitte ebenfalls einige Zeilen über Eure Situation in der Schule und, wenn Ihr möchtet, über Eure Hobbies, die Musik, die Ihr hört und wie die Situation für Jungendliche bei Euch aussieht.

Hier noch eine Liste der insgesamt von uns vorgeschlagenen Messparameter:
1. Temperaturmessungen (Mininax - Messungen)
2. Luftdruckmessungen
3. Luftfeuchtigkeitsmessungen
4. Niederschlagmengen
5. pH - Wert der Niederschläge
6. Windgeschwindigkeit
7.Sonneneinstrahlung (die F.v.S. verfügt über eine Photovoltaikanlage, die unter dem Aspekt der Energieeinsparungen - alternative Energiequellen - in das Projekt einbezogen werden kann)

    Zur Zeit wird noch über die Einbeziehung der Energiesituation der Schule nachgedacht. In der F.v.S. hat sich eine Arbeitsgemeinschaft etabliert, deren Ziel es ist, die Schule in eine Energiespar - Umweltschule umzugestalten. In diesem Zusammenhang wird über Datensammlung in den Bereichen Energieverbrauch/m2, „Stromfresser", Verhaltensänderungen bei der Energie- und Ressourcennutzung nachgedacht. Eine Stellungnahme zu diesen Bereichen und ein folgender
Meinungsaustausch würde uns sicher bei der Messparameterauswahl unterstützen. Weitere Vorschläge, die wir ebenfalls zur Diskussion stellen möchten, sind die Problemfelder Trinkwasser, Elektrosmog und Lärm. Auch hier sind wir an der Stellungnahme aller Beteiligten sehr interessiert.

    An der Freiherr - vom - Stein - Schule gibt es bereits seit ca. 1 1/2 Jahren eine Energie-AG. Die AG hat sich zum Ziel gesetzt, mit den vorhandenen Möglichkeiten der Schule Ressourcen (Wasser, Strom, Heizung) einzusparen. Die ersten Aktionen der AG bezogen sich auf die bewußte Nutzung der Lichtquellen in unserer Schule. Erste Erfolge sind bisher noch nicht zu berichten, da die Stromverbrauchsituation nur in monatlichen Abständen erfasst wird. Allerdings hat mit Hilfe der
AG die Schule bei den Toilettenspülungen eine deutliche Verbesserung erfahren. Alle Schüler- und Lehrertoiletten sind inzwischen mit Wasserspartasten ausgestattet worden.
                                                                                 Wir freuen uns darauf, von Euch zu hören!
                                                                                                                               Klasse 11a
 

Das ESEM-Team:

Petram Sadough, Stefan Bessling, Denys Sidjabat, Jan Lauer, Christian Dörr nicht im Bild: Gottfried Mayer, Michael Fidora, Carl-Philip von Hadik
Unsere Schule sieht im Oktober so aus...

Wer war der Freiherr-vom-Stein? 

    Die Geschichte der Freiherr-vom-Stein-Schule reicht bis in das Jahr 1909 zurück, als, noch unter dem Namen "Kaiser - Wilhelms Gymnasium", die Schule gegründet wurde. Jedoch war das Schulhaus noch längst nicht fertig gebaut und so mußte man den Unterricht in benachbarten Schulen oder anderen Einrichtungen der Stadt abhalten - bis am 16.Oktober 1911 das Gebäude des Gymnasiums, welches heute nur noch teilweise erhalten ist, durch den damaligen Oberpräsidenten Hengstenberg eröffnet wurde.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg (1945) wurde das Gymnasium nach dem Reichsfreiherr vom Stein in "Freiherr vom Stein-Schule" umbenannt. Freiherr vom Stein (1757-1851) gilt als einer der größten und wichtigsten Reformer der deutschen Geschichte. Was er dem Preußischen Staat gab, war später die Grundlage der Einigung des deutschen Volkes.Seine Reformen von 1807 bis 1813 gelten als die wichtigsten politischen Beiträge, die die deutsche Kleinstaaterei beendeten.
    Das Originalgebäude von 1911 ist heute leider nicht mehr erhalten. Steigende Schülerzahlen machten 1960 einen Umbau sowie später den Bau eines neuen Schulkomplexes notwendig.
Eine Veränderung findet jedoch jedes Jahr statt, nämlich immer dann, wenn Schüler und Lehrer gemeinsam Pinsel und Farben in die Hand nehmen und unsere Schule wieder ein kleines Stück schöner machen.
 

Lage der Schule

    Die Freiherr vom Stein-Schule liegt im südlichen Frankfurt, im Stadtteil Sachsenhausen, welcher für seine vielen und guten Apfelwein-Kneipen bekannt ist. Der Südbahnhof ist nur hundert Meter entfernt. Er ist nach dem Hauptbahnhof der zweitwichtigste Verkehrsknotenpunkt in Frankfurt.
 

Stundenplan

    Der Vormittagsunterricht beginnt um 8.00 Uhr und endet mit der 6. Stunde um 13.15 Uhr.
In der 7. Stunde, die um 14.15 Uhr endet, werden für die 5. und 6. Klassen nur freiwillige Unterrichtsveranstaltungen angeboten. Die Arbeitsgemeinschaften finden nachmittags statt.
 

Unterrichtsfächer

    In den Klassen 5 und 6 werden mehr Stunden und Fächer unterrichtet als in der Grundschule. Vor allem Englisch als 1.Fremdsprache kommt hinzu, außerdem Biologie und Erdkunde als selbständige Fächer. Ab Klasse 7 kommen weitere Unterrichtsfächer hinzu: eine 2. Fremdsprache, Arbeitslehre, Geschichte, Physik und Chemie; ab Klasse 9 wahlweise eine 3. Fremdsprache bzw. andere Wahlangebote (z.B. zweisprachiger Erdkunde-Unterricht (deutsch/englisch), eine weitere
Naturwissenschaft, Informatik oder Sport). In Klasse 9 nehmen die Schüler/innen an einem dreiwöchigen Betriebspraktikum teil. In der Jahrgangsstufe 11 findet - teilweise auch im Ausland - ein zweites Betriebspraktikum statt.In der Oberstufe erhalten alle Schüler/innen ein breites Fächerangebot, innerhalb dessen sie in den 2 Jahren vor dem Abitur (Jahrgangsstufen 12 und 13) Schwerpunkte bilden können. In folgenden Fächern können Leistungskurse gewählt
werden: Deutsch, Englisch, Französisch, Kunst, Gemeinschaftskunde, Geschichte, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie.
In Grundkursen werden diese Fächer ebenfalls unterrichtet, außerdem Latein, Musik, Religion, Ethik, Erdkunde,Wirtschaftswissenschaften, Informatik.
 

Fremdsprachen

    Erste Fremdsprache (ab Klasse 5) ist Englisch.
Zweite Fremdsprache (ab Klasse 7) ist Französisch oder Latein.
Ab Klasse 9 werden als dritte Fremdsprache angeboten: Latein, Französisch, Italienisch, Spanisch.

    Einen regelmäßigen Schüleraustausch gibt es mit unseren Partnerschulen
„Paramus High School" in New Jersey (USA)
„Lycée Edouard Herriot" in Lyon (Frankreich)
„Instituto Aldo Capitini" in Perugia (Italien) Daneben bietet die Schule auch
Austauschprogramme in anderen Länder an. (z.B. Kanada)
 

Besondere Unterrichtsveranstaltungen

    Neben dem Pflicht- und Wahlpflichtunterricht können die Schüler/innen an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften und besonderen Veranstaltungen teilnehmen. Zusätzlichen Unterricht gibt es daneben für lese- und schreibschwache Kinder (Klasse 5 und 6). Der Mittagstreff „Kunterbunt (für Schüler/innen der Klasse 5.-10.) findet an 2 Nachmittagen statt.
 

Schulische Einrichtungen

    Klassenräume: Alle neuen 5 . Klassen haben Klassenräume, die sie mit ihrer Lehrerin oder ihrem Lehrer selbst gestalten können.

Fachräume:
Biologie (mit Sammlung)
Chemie (mit Sammlung)
Physik (mit Sammlung)
Erdkunde (mit Sammlung)
Geschichte (mit Sammlung)
Sprachlabor für Fremdsprachentraining
Computerräume für das Fach Informatik bzw.Computerunterricht
„Atelier" und „Werkräume" - für das Fach Kunst
Musikräume Lehrküche - für verschiedenste
Gelegenheiten und für die Koch-AG
Sporthallen: Uns stehen 2 Sporthallen zur Verfügung.
 

Weitere Einrichtungen:

    Schülerbibliothek
mehrere audio-visuelle Projektions- und Arbeitsräume
Fotolabor Solarstrom-Anlage auf dem Dach
Mittagstreff „Kunterbunt": ein Aufenthaltsraum
„Teestube": sie dient den Oberstufen- Schüler/innen als Aufenthaltsraum.
 
 
  Energiespar-AG der F.v.S. 

    Initiiert durch die Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Schule fand sich vor ca. 2 Jahren eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die unter Leitung eines Lehrers die „Energie- und Ressourcenverschwender" an unserer Schule finden und an ihrem Tun hindern wollte. Tatverdacht war: Verschwenden von Wasser, Heizenergie und Strom (Licht) Um den Tatverdacht zu erhärten, wurden zunächst Messungen vorgenommen:
Messung der Beleuchtungsstärke in fast allen Räumen
Messung der Temperatur in ausgewählten Räumen

    Um den Tätern ihre Taten zu erschweren, wurden
in allen Räumen Thermostatventile eingebaut.
in einigen Räumen Neonröhren herausgenommen.
in allen Toiletten Wasserspartasten montiert.Jedoch müssen auch wir in Zukunft unser Verhalten gegenüber der Umwelt ändern.
 
 

Schulleitung

Schulleiter: Herr H. Stemmler
Stv. Schulleiter Herr S. Leonhardt
Studienleiterin Frau H. Göppner
Fachbereichsleiter: Herr W. Koehler, Herr A. Schuster
Schulsekretariat: Frau H. Spahn, Frau P. Koller
 

Verantwortliche Lehrer für das EU- Umwelt-Projekt:

Herr Stemmler: Projektleiter
Frau Sutter: Koordinatorin
Herr Wolf: naturwissenschaftliche Fachberatung
Herr Lindenthal: geographische Aspekte
Herr Dr. Brockhaus und Herr Engelhardt: Betreuung Umweltbereich (u.a. Elektro-Smog)
Herr Kaltschnee: Energiesparen
Frau Kötter: Umweltschutz
Herr Schuster: Sozialwissenschaftliche Themen
Herr Koehler: englische Textgestaltung; ESEM
Herr Dr. Lewinsky: Projektbetreuer der Universität Frankfurt; ESEM

Herr Dr. Lewinsky, Herr Koehler, Frau Sutter, Herr Dr. Brockhaus, Herr Stemmler
sitzend: Herr Lindenthal, Herr Kaltschnee
 

    Nachfolgend ein Artikel aus unserer neuen Schulzeitung (Oktober 1997), der unser Schulleben von einer „leichteren" Seite beleuchtet, der Euch vielleicht interessiert.

„Freiherr" feiert fröhlich Feste

    Sehr geehrte Eltern, das vergangene Schuljahr stand im Zeichen zweier Feste, zu deren Gelingen Sie durch Ihre engagierte Hilfe wesentlich beigetragen haben. Neben dem Dank an alle HelferInnen erscheinen mir zwei Aspekte über die erfreuliche Tatsache hinaus, dass solche Feste überhaupt gefeiert werden, von Bedeutung. Der erste Aspekt betrifft die finanzielle Seite. Das Schulfest am 7. Juni und das Schweizer-Straßenfest am 19. Juli 97 haben für das Aula-Projekt rund 15.000
DM eingebracht. Damit ist es der Schule, den LehrerInnen, den Eltern und dem Förderverein innerhalb eines Jahres (!) gelungen, einen Betrag von 55.000 DM zusammenzutragen. (10.000DM erstes Schweizer- Straßenfest, 5.000 DM Weihnachtsbasar, 5.000 DM Schulfest, 10.000 DM zweites Schweizer-Straßenfest und 25.000 DM Spende des Fördervereins) Bei einem „Ortstermin" in der letzten Woche der Sommerferien erklärten die Vetreterinnen des Stadtschulamtes, dass das tadtschulamt für Schall- und Wärmeisolierungsmaßnahmen der Fenster 45.000 DM beisteuern wird. Damit ist die magische Grenze von 100.000 DM erreicht und in den Osterferien 1998 kann mit der
Renovierung der Aula begonnen werden. Ich denke, alle, die zu diesem beeindruckenden Ergebnis beigetragen haben, dürfen sich nicht nur freuen, sondern können auch ein bißchen stolz sein.
 

Feste zu feiern lohnt sich also!

    Langfristig wichtiger noch erscheint mir allerdings der zweite Aspekt. Gemeinsam zu feiern hat immer auch eine identitätsstiftende Wirkung. Es sind ja nicht nur die Kuchen und Salate, die geliefert werden, es ist ja nicht nur die tätige Hilfe, die wirken. Es ist die Tatsache, dass Schule und Eltern gemeinsam etwas bewirken, das weit über den schnöden Mammon hinausreicht. Ein Schulfest, bei dem LehrerInnen und SchülerInnen gemeinsam mit Eltern ein buntes Bild zeichnen, das nur durch die Mitwirkung aller zu einem „Gesamtkunstwerk" werden kann, ist eben nicht nur ein Schulfest, sondern im besten Sinne ein Fest der Schulgemeinde. Diejenigen von Ihnen, die das Schulfest besucht oder an ihm mitgewirkt haben, werden das bunte Treiben, die vielfältigen Angebote und Demonstrationen und vor allem die Begeisterung Ihrer Kinder positiv empfunden haben. Ich denke, allen an Schule Beteiligten - und dazu gehören eben auch die Eltern - tut es gut, Schule als einen Ort zu erfahren, an dem Kreativität, gemeinsames Handeln und Freude einen Platz haben neben Arbeit und manchmal eben auch Sorgen und Problemen. Das in diesem Jahr zum zweiten Mal begangene „Schweizer-Straßenfest" ist ebenfalls ein Beispiel dafür, was Schule und Eltern gemeinsam bewirken können. Und auch hier sollten wir als Eltern den atmosphärischen Effekt neben dem finanziellen nicht gering schätzen. Irgendwann, wenn die Aula in neuem Glanz erstrahlt, wird die Frage, wieviel Geld denn dafür zusammengetragen werden mußte, unwichtig werden. Was bleiben wird, wird das Gefühl sein, etwas gemeinsam geschafft zu haben und die Erinnerung an all die sinnstiftenden Feste auf dem Weg dorthin. Bis dieses Ziel erreicht ist, dürfen wir uns noch auf so manches Fest freuen. In
diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Kindern ein erfolgreiches Schuljahr 1997/98.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Schmitt-Blindenhöfer
Vorsitzender des Schuleltern-Beirats